Anti-Hitler-Koalition

Als Anti-Hitler-Koalition wird das Militärbündnis aus den drei alliierten Hauptmächten Sowjetunion, Großbritannien, USA und weiteren Staaten bezeichnet, das in Folge der am II. Weltkrieg von den Achsenmächten Deutsches Reich(unter Führung Adolf Hitlers), Königreich Italien und Kaiserreich Großjapan begonnenen militärischen Auseinandersetzungen entstand.

 

Alle Ressentiments gegen die Sowjetunion traten mit dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion in den Hintergrund. Im Interesse des Kampfes gegen den nunmehr gemeinsamen Feind mussten die Gegensätze zurückgestellt werden. In einer spontanen Rede am 22. Juni 1941 erklärte Churchill, dass seine bisher antikommunistischen Äußerungen verblasst seien vor den Vorgängen in Osteuropa und dass Großbritannien jetzt an der Seite der UdSSR stünde und ihr jegliche Hilfe zuteil werden lasse. Bekanntlich änderte sich nach dem II. Weltkrieg die Haltung Churchills wieder. Er war es, der den Kalten Krieg eröffnete. („Wir haben das falsche Schwein geschlachtet.“) 

 


Am 1. Oktober 1941 fand in Moskau eine gemeinsame Konferenz über die militärische und wirtschaftliche Unterstützung der Sowjetunion statt, auf denen die Lieferung von Kriegsgütern nach dem Leih- und Pachtgesetz beschlossen wurde. Im Verlaufe des Krieges sollte sie gewaltige Materiallieferungen erhalten, wobei in erster Linie nicht so sehr die Waffenlieferungen, sondern die Lieferung von – für die neuzeitliche Kriegsführung unerlässlichen – Transportmitteln wie 427.284 Lastkraftwagen, 1.966 Lokomotiven und 11.000 Waggons ausschlaggebend waren. Von größter Bedeutung aber dürften die Lebensmittellieferungen gewesen sein, welche unter anderem 4,5 Mio. Tonnen Fleischkonserven umfassten.

 

Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 war auf der Washingtoner Arcadia-Konferenz am 1. Januar 1942 eine gegen den Dreimächtepakt gerichtete Erklärung von 26 kriegführenden Staaten zustande gekommen, welche damals die „Deklaration der Vereinten Nationen“ lautete. Abgeschlossen wurde die Schaffung der Anti-Hitler-Koalition mit einem nach fünfmonatiger Verhandlungsdauer unterzeichneten Abkommen über ein „Bündnis im Krieg gegen Hitlerdeutschland und seine Verbündeten“ für die nächsten 20 Jahre am 26. Mai 1942 zwischen dem Vereinigten Königreich und der Sowjetunion und am 11. Juni zwischen den USA und der Sowjetunion.

 

Die sowjetische Regierung zweifelte trotz der Koalition niemals daran, dass es dem Britischen Empire und den USA allein um die Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft über ihre Kolonien und um die Ausschaltung ihrer gefährlichsten Konkurrenten Deutschland und Japan ging. In Moskau wusste man, dass die anglo-amerikanischen Mächte die Sowjetunion allein aus dem Grund unterstützten, um ihr die Hauptlast des Kampfes aufzubürden. Darum musste die Sowjetunion stets die zweite Front fordern, die erst spät eröffnet wurde. Heute wird die Landung in der Normandie als die große Befreiung propagiert und in den Hintergrund gedrängt, dass die Sowjetunion die Hauptlast des II. Weltkrieges tragen musste.

 

Schon zu Beginn der Kriegskonferenzen wurde deutlich, wie schwierig die Zusammenarbeit war, sodass die gemeinsam gefundenen Zielformulierungen fast immer für beide Seiten großen Interpretationsspielraum offen ließen. So beschloss man beispielsweise, das besiegte Deutschland nach dem Krieg nach demokratischen Prinzipien“ wieder aufzubauen – an welche Demokratieform man dabei dachte, wurde bewusst offengelassen, da eine Einigung hierüber kaum zu erwarten war. Den Keim ernsthafter Meinungsverschiedenheiten trug auch der Text der am 14. August 1941 von Churchill und Roosevelt unterzeichneten Atlantik-Charta in sich, in welcher stand, „...allen Nationen die souveränen Rechte zurückzugeben, denen sie gewaltsam entrissen worden sind und dass alle Völker das Recht haben, selbst die Regierungsform zu wählen, unter der sie leben wollen.

Hier gab es schon zwischen der Sowjetunion und den West-Alliierten unterschiedliche Positionen.

Erste Zusammenkunft der Regierungschefs (v.l.n.r.): Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill auf der Terrasse der sowjetischen Botschaft in Teheran (Teheran-Konferenz 1943)

 

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Potsdamer Konferenz: Winston Churchill, Harry S. Truman und Josef Stalin im Juli 1945

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Wie fragil die Anti-Hitler-Koalition war, zeigte sich bald nach Ende des II. Weltkrieges.  Nicht nur die unterschiedliche Interpretation der Beschlüsse des Potsdamer Abkommens, sondern auch insbesondere erhebliche Spannungen in Berlin, das durch den Viermächtestatus zu Zentrum der Auseinandersetzungen wurde.  Dies führte zum Zerbrechen der Anti-Hitler-Koalition.

 

Es begann dann die Ära des Kalten Krieges.

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel