Der Aufstand des Spartacus

Einer der bedeutendsten Sklavenaufstände war der Spartacus -Aufstand.  Im Sommer des 74 v.u.Z. durchbrachen 78 Gladiatoren unter der Führung von Spartacus alle Bewachsungsketten der Gladiatorenschule in Capua.

Ausbruch aus der Gladiatorenschule in Capua
Ausbruch aus der Gladiatorenschule in Capua

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

Spartacus, der Führer des Aufstandes, stammte aus dem Volk der Thraker, das im heutigen Bulgarien und in Nordgriechenland beheimatet war. Er nahm an den Befreiungskämpfen seines Volkes gegen die Römer teil und geriet in Gefangenschaft. Durch seine ungewöhnliche Kühnheit und seine körperliche Stärke wurden die Römer auf ihn aufmerksam. Sie verkauften ihn direkt nach Rom in die Sklaverei. Von hier aus brachte man ihn in die Gladiatorenschule nach Capua.

 

Schon die Organisierung des Ausbruchs der Gladiatoren unter der gestrengen Bewachung bewies die Fähigkeiten und die Entschlusskraft des Spartacus.

 

Die Gladiatoren flüchteten nach dem Sieg über die Soldaten in Capua auf den Vesuv. Hier wollten sie Kräfte für den weiteren Kampf sammeln. Hierher folgten ihnen auch Sklaven aus der Umgebung. Gegen sie wurde der römische Feldherr Claudius mit 3 000 starken, gut ausgerüsteten Soldaten schickt. Bis auf eine steile Felswand, über die jeder Abstieg unmöglich erschien, belagerte Claudius mit seinen Soldaten den Fuß des Berges. Den einzigen gangbaren Weg hatte er mit besonders starken Kräften besetzt. Sein Plan sah vor, die Sklaven auf dem Berg auszuhungern. Sollten die Gladiatoren den Abstieg versuchen, so würde er sie in einem fürchterlichen Gegenschlag besiegen, sie vernichten. 

Spartacus ließ die Ranken wilder Weinstöcke sammeln. Daraus flochten die Sklaven kunstgerecht Strickleitern. In der Nacht wagten sie damit den Abstieg vom hohen, steilen Felsen. Er gelang. Im Rücken des ahnungslosen Feindes sammelte Spartacus seine Mannschaft. Die wenigen, nicht einmal gut bewaffneten Sklaven schlugen die schwerbewaffneten, überraschten Soldaten in die Flucht!

 

 

Einer so mutigen und gut organisierten Sklavenstreitmacht hatte das römische Heer noch nicht gegenübergestanden. Aus allen Teilen Italiens, aus Städten und von Gütern, strömten Sklaven und sogar arme freie Bauern zum Heer des Spartacus. Es umfasste bald über zehntausend Menschen. Die Angst der römischen Sklavenhalter vor  Spartacus wurde immer größer und ihr Hass stieg.

 

Spartacus hatte das Ziel, die Sklaven aus Italien hinauszuführen und ihnen den Weg in die Heimat zu bahnen. Auf seinen Zügen durch Italien besiegte er mehrmals starke römische Truppen. Die Stadt Rom wollte Spartacus nicht angreifen. Er glaubte, er könnte sie auch mit einem großen, gut organisierten Heer nicht unterwerfen. Ein Teil seiner Anhänger beschloss jedoch, gegen die Hauptstadt Rom zu ziehen. Die Abteilung trennte sich von Spartacus. Sie konnte von römischen Truppen auf ihrem Zug nach Rom vernichtet werden. Die Armee des Spartacus wurde durch die Abspaltung geschwächt. Spartacus versuchte deshalb, den Hafen Brundisium zu erreichen. Er wollte mit seinem Heer nach Griechenland übersetzen. Die Römer boten ihre stärksten Heere auf, um die Sklavenabteilungen des Spartacus zu vernichten. Die Erhebung der Sklaven in Italien dauerte nun schon drei Jahre.

Karte Sklavenaufstände
Karte Sklavenaufstände

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

Bevor Spartacus den Hafen Brundisium erreichen konnte, landete dort ein aus Griechenland kommendes Heer. So befanden sich die Sklaven nun zwischen zwei römischen Heeren, und ein drittes war von Norden her im Anmarsch. Spartacus musste befürchten, dass sich die drei Heere zum Kampf gegen ihn vereinten. So versuchte er, zunächst das Heer unter der Führung des reichen Römers Crassus zu schlagen. Es kam zu einer gewaltigen Schlacht, in der die durch viele Märsche und Kämpfe erschöpften Sklaven den römischen Truppen nicht standhalten konnten.

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

Spartacus selbst kämpfte in den vordersten Reihen. Er wolle zu dem römischen Feldherrn Crassus vordringen, tötete auf dem Weg dorthin hohe römische Offiziere, blieb aber schließlich in den dichten Reihen der Römer stecken. Er hatte sich so weit vorgewagt, dass er mit einigen seiner Getreuen vom übrigen Heer abgeschnitten blieb. Durch einen schweren Wurfspieß am Oberschenkel verwundet, gab er sein Pferd auf und focht kniend weiter, den Schild vor sich gestellt. Als er und die bei ihm verbliebenen Sklaven gefallen waren, konnte man seinen Leichnam nicht auffinden. Alle Geschichtsschreiber jener Zeit betonen den Heldenmut der Sklaven, die sich nicht ergaben und nicht die Flucht ergriffen. Über Spartacus heißt es: „Spartacus selbst, der mit erstaunlichem Mut in der vordersten Reihe kämpfte, fiel, wie es sich für einen großen Feldherren geziemte.“

Nach den Berichten der Geschichtsschreiber fielen in dieser Schlacht 60 000 Sklaven. Über die Anzahl der gefallenen Römer gibt es keine genauen Angaben, es ist nur von großen Verlusten die Rede.

 

Die römischen Sklavenhalter übten grausame Rache. Entlang der Straße von Rom nach Capua, der Via Appia, Ließen sie 6 000 Sklaven ans Kreuz schlagen und langsam umkommen. Damit endete der Sklavenaufstand unter Spartacus, der von 74 bis 71 v.u. Z.dauerte.

 

 Aber noch viele Jahre danach versetzten versprengte Sklavenabteilungen die Römer in Schrecken. Noch über hundert Jahre später haftete der große Aufstand im Gedächtnis der Römer.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

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