Die Gründung der Kommunistischen Internationale

Nach dem Sieg der Großen sozialistischen Oktoberrevolution und dem machtvollen revolutionären Aufschwung stand die Arbeiterklasse in einer Reihe kapitalistischer Länder unmittelbar vor der Aufgabe, sich auf die Übernahme der politischen Macht vorzubereiten. Doch die Erfahrungen der revolutionären Kämpfe in allen Ländern bestätigten bald die wichtigste Lehre der Oktoberrevolution, dass die Arbeiterklasse nur siegen und die Staatsmacht erobern und behaupten kann, wenn an ihrer Spitze eine marxistisch-leninistische Partei steht.

 

Noch im Jahre 1918 entwickelten sich in einer Reihe von Ländern aus linken Gruppen kommunistische Parteien, die sich zur proletarischen Revolution, zur Diktatur des Proletariats und zum proletarischen Internationalismus bekannten.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Der revolutionäre Kampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat im internationalen Maßstab machte es dringend erforderlich, ein politisches und organisatorisches Zentrum der internationalen revolutionären Bewegung zu schaffen. Bereits Marx und Engels verkündeten im Kommunistischen Manifest: „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“. Sie begründeten, dass das Proletariat seine historische Mission im Kampf gegen die internationale Macht des Kapitalismus nur verwirklichen kann, wenn es sich ebenfalls international zusammenschließt. Mit der I. Internationale schufen sie das Beispiel dafür.

 

 

Als die vom Opportunismus zersetzte II. Internationale 1914 politisch zerbrach, begann Lenin noch während des ersten Weltkrieges die linken Kräfte zu sammeln und die Gründung einer neuen, revolutionären Internationale vorzubereiten. (siehe Geschichtsbuch 8. Klasse) Mit dem Sieg der Oktoberrevolution und der Festigung der Sowjetmacht, mit der Entfaltung der weltweiten revolutionären Bewegung und der Entstehung kommunistischer Parteien war es nun möglich und notwendig geworden, die neue Internationale zu schaffen.

 

Im Januar 1919 fand auf Initiative der Kommunistischen Partei Russlands(Bolschewiki)( Auf dem VIII. Parteitag der bolschewistischen Partei im Frühjahr 1918 war die SDAPR(B) in Kommunistische Partei Russlands(Bolschewiki) umbenannt worden.) eine internationale Beratung unter Leitung Lenin statt, die alle kommunistischen Parteien und revolutionären proletarischen Gruppen und Organisationen zur Bildung einer III. Internationale aufrief. Der Gründungskongress der Kommunistischen Internationale fand vom 02. Bis 06. März 1919 in Moskau statt.  Es versammelten sich 51 Delegierte aus 30 Ländern, unter ihnen, als Vertreter der KPD, Hugo Eberlein. Zahlreiche Delegierte konnten infolge der Blockade Sowjetrusslands durch die imperialistischen Mächte nicht nach Moskau gelangen.

 

Bei der Eröffnung des Kongresses ehrten die Vertreter der revolutionären internationalen Arbeiterbewegung das Andenken der beiden großen deutschen Arbeiterführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die von der deutschen Konterrevolution ermordet worden waren.

Im Mittelpunkt der Beratungen der Konferenz standen die Thesen und das Referat Lenins zur Frage bürgerlicher Demokratie und Diktatur des Proletariats, die damals die Auseinandersetzungen in der Arbeiterbewegung aller Länder beherrschte. Die Stellung zur Diktatur des Proletariats war und ist die Scheidelinie zwischen dem Marxismus-Leninismus und dem Opportunismus. Die Opportunisten aller Schattierungen lehnten teils offen, teils versteckt die Notwendigkeit der Errichtung einer proletarischen Diktatur ab und verleumdeten die Sowjetmacht. Lenin enthüllte den Klasseninhalt der bürgerlichen Demokratie, die zwar einen Fortschritt gegenüber der feudalen Ordnung darstellt, aber schließlich durch die wirkliche Demokratie für die Mehrheit des Volkes, die Diktatur des Proletariats, abgelöst werden muss. Er wies nach, dass die Sowjetmacht in Russland die Verwirklichung der Herrschaft der Arbeiterklasse war, die ihre eigene, die sozialistische Demokratie entwickelt. Das Referat und die Thesen Lenin zu dieser Frage wurden von den Delegierten einstimmig gebilligt.

Präsidiumsmitglieder des Gründungskongresses der Kommunistischen Internationale
Präsidiumsmitglieder des Gründungskongresses der Kommunistischen Internationale

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Der Kongress beschloss die „Richtlinien der Kommunistischen Internationale“ und ein „Manifest an die Proletarier aller Länder“, in denen die Grundaufgaben des internationalen Proletariats im Kampf um die Macht niedergelegt wurden. Die Arbeiter aller Länder wurden zum Kampf für die proletarische Diktatur und für den Sieg der Räte in der gesamten Welt aufgefordert.

 

Die Gründung der III: Internationale war der erste, entscheidende Schritt zur Herausbildung eines internationalen Führungsorgans der sich entwickelnden kommunistischen Weltbewegung. Sie beschleunigte die Herausbildung kommunistischer Parteien in weiteren Ländern.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Die Kommunistische Internationale spielte eine hervorragende Rolle in der Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung. Sie setzte unter den neuen historischen Bedingungen das Werk der I. Internationale fort und knüpfte an die positiven Leistungen und Errungenschaften der II. Internationale an. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, dem Weltimperialismus in der neuen Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus (damalige optimistische Sicht) die einheitliche Front der internationalen Arbeiterbewegung unter dem Banner des Marxismus-Leninismus entgegenzustellen. Dabei war sie bestrebt, den nationalen Befreiungskampf der unterdrückten Völker mit dem revolutionären Kampf des Proletariats in den entwickelten kapitalistischen Ländern zu einem einheitlichen Strom zu vereinen. Die Kommunistische Internationale belebte und erneuerte die Ideen des proletarischen Internationalismus, dessen wichtigste Aufgabe nach der Oktoberrevolution darin bestand, die höchste Errungenschaft der internationalen Arbeiterklasse, den ersten sozialistischen Staat der Welt, zu schützen und zu verteidigen.

 

Es ist das historische Verdienst der Kommunistischen Internationale, den jungen kommunistischen Parteien geholfen zu haben, sich zu wahrhaft marxistisch-leninistischen Massenparteien zu entwickeln. Sie erzog eine ganze Generation hervorragender Führer der internationalen Arbeiterbewegung. Die III. Internationale befähigte die kommunistischen Parteien, ausgehend von der durch die Oktoberrevolution bestätigten Leninschen Lehre der sozialistischen Revolution, einen den konkreten Bedingungen ihrer Länder entsprechenden Weg zur Eroberung der Macht der Arbeiterklasse auszuarbeiten und den Kampf ihrer Völker gegen Imperialismus, Faschismus und Krieg, für Frieden und nationale Unabhängigkeit, für Demokratie und Sozialismus zunächst erfolgreich zu führen.

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

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Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR
Gründung der Kommunistischen Internation
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