Die ideologischen Kriegsvorbereitungen und der Klassencharakter des Faschismus

Die faschistischen Irrlehren zur Vorbereitung des Volkes auf den Krieg

Dem aggressiven und verbrecherischen Charakter des deutschen Faschismus, den räuberischen Zielen und seiner Politik entsprach die faschistische Ideologie und Propaganda. Sie war in allen ihren Bestandteilen darauf ausgerichtet, das Volk auf einen Krieg vorzubereiten.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Hauptbestandsteil der faschistischen Ideologie war ein bis auf das Äußerste gesteigerter Antikommunismus. Der Antikommunismus durchdrang das gesamte gesellschaftliche Leben. Er äußerte sich in der hetze und im Terror gegen die Kommunisten. Aber auch Sozialdemokraten und andere Antifaschisten fielen der antikommunistischen Hetzte zum Opfer. Der Antikommunismus widerspiegelte sich in den hasserfüllten Ausfällen gegen die internationale Arbeiterbewegung und vor allem gegen die Sowjetunion. Die antikommunistische Hetze sollte die Arbeiterklasse über das wahre Wesen des Sozialismus hinwegtäuschen und auf den Krieg gegen die Sowjetunion vorbereiten.

 

Der gleichen verbrecherischen Zielsetzung, der Vorbereitung des deutschen Volkes auf einen Raubkrieg, diente die berüchtigte Lüge vom „Volk ohne Raum“Diese Lüge wurde bereits vor der Zeit des Faschismus verbreitet.

 

Das „Recht“, diesen angeblich fehlenden Lebensraum durch den Krieg gegen die Sowjetunion und andere Völker zu erobern, wurde aus der sogenannten Rassentheorie abgeleitet. Es wurde darin erklärt, dass der Deutsche ein „Herrenmensch“ sei und deshalb über die „Untermenschen“, also die Angehörigen anderer Völker, zu bestimmen habe. Dieser verderbenbringenden Erziehung und Beeinflussung war besonders die Jugend ausgesetzt. Die Barbarei der faschistischen Rassentheorie wurde besonders im Antisemitismus deutlich.

 

Der Name Antisemitismus stammt von Sem, einem Sohn der biblischen Gestalt Noah. Die Semiten stellen eine sprachlich und anthropologisch verwandte Gruppe von Völkern, besonders Vorderasiens und Nordafrikas, dar. Der Name Semiten galt allgemein als Bezeichnung für die Juden.

 

1935 wurden die sogenannten „Nürnberger Rassegesetze“ erlassen, nach denen Juden keine Ehepartner „deutschen Blutes“ mehr heiraten und keine Berufe wie Arzt, Rechtsanwalt usw. ausüben durften.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Im November 1938 wurde von der Naziführung eine große Verfolgung der Juden organisiert. Als Anlass diente den Faschisten die Tat eines siebzehnjährigen Juden, der Anfang November 1938 in Paris einen Nazidiplomaten erschoss, um sich wegen der Behandlung seiner Angehörigen in Deutschland zu rächen. In der Nacht vom 09. Zum 10. November 1938, der Progromnacht(früher als „Kristallnacht“ bezeichnet, „Kristallnacht „klingt verharmlosend und daher wird diese Bezeichnung für diese schrecklichen Ereignisse nicht mehr verwendet.), misshandelten SS und SA die Juden, schleppten sie in Konzentrationslager, steckten Synagogen in Brand und zertrümmerten Tausende jüdischer Geschäfte.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Die Juden mussten die von den Nazibanden angerichteten Schäden selbst bezahlen und dem Staat eine „Buße“ von 1,25 Milliarden Mark entrichten. Von dieser Zeit an durften Juden keine Betriebe mehr führen. Die deutschen Monopole und Banken bereicherten sich skrupellos am Eigentum der Juden. 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Der Klassencharakter des Faschismus

Der Hitlerfaschismus verkörperte alle reaktionären, volksfeindlichen und antidemokratischen Entwicklungstendenzen des deutschen Imperialismus und Militarismus.

 

Er war zugleich die Fortführung und schrecklicher Höhepunkt aller volksfeindlichen und antihumanistischen Tendenzen in der deutschen Geschichte.

 

Der Faschismus in Deutschland war die Antwort der reaktionärsten Kräfte des Finanzkapitals auf das veränderte Kräfteverhältnis sei dem Beginn der allgemeinen Krise des kapitalistischen Systems. Oft wird von der allgemeinen Krise des Kapitalismus gesprochen und geschrieben. Doch er ist stark und steigt aus jeder Krise, wie Phönix aus der Asche, immer wieder gestärkt empor. Er wurde im Interesse der reaktionärsten Kreise des Finanzkapitals an die Macht gebracht, um die Arbeiterklasse und alle anderen Schichten des deutschen Volkes zu unterdrücken. 

1935 verallgemeinerte Georgi Dimitroff die Erfahrungen und Erkenntnisse des Klassenkampfes gegen den Faschismus in der Definition: „Der Faschismus an der Macht...ist...die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“  

Quelle: W.Pieck/G. Dimitroff/p.Togliatti: Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunisten im Kampf für die Volksfront gegen Krieg und Faschismus. Berlin 1960, S. 87.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Einer der Beweise für den Klassencharakter des Faschismus war das „Gesetz über die Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft“ von 1934. Dieses Gesetz, durch Vorschläge der Monopolisten, insbesondere von Krupp, vorbereitet, hatte zum Ziel, die Macht der Monopole noch stärker mit der des faschistischen Staatsapparates zu verbinden. Das wurde beispielsweise durch die Aufgliederung der gesamten Wirtschaft in sechs Reichsgruppen, denen alle Unternehmen angehören mussten, gefördert. An der Spitze der Reichsgruppen standen Vertreter der mächtigsten Konzerne. So war Krupp der erste Vorsitzende der Reichsgruppe Industrie. Auf diese Weise beherrschten die Monopolvertreter, mit staatlichen Vollmachten ausgestattet, sehr bald den gesamten Wirtschafts- und Finanzapparat.

 

Entsprechend wirkte in der Landwirtschaft der Reichsnährstand. Mit seiner Hilfe brachten die Monopole und Junker die gesamte Landwirtschaft unter ihre Kontrolle.

 

Abgerundet wurde dieses staatsmonopolistische System mit der Regulierung aller Seiten des kulturellen Lebens durch das Goebbels-Ministerium für „Volksaufklärung und Propaganda“ und die Reichskulturkammer.

faschistische Institutionen
faschistische Institutionen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

So vollzog sich unter den Bedingungen der faschistischen Diktatur die Entwicklung des staatsmonopolistischen Kapitalismus in bedeutendem Maße.

 

In diesen Jahren erreichte die Verschmelzung der Macht der reaktionären Monopolgruppen mit der des Staates, die völlige Unterordnung des Staatsapparates unter die Herrschaft der Monopole, ihren bisherigen Höhepunkt in Deutschland.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Download
Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR
Ideologische Kriegsvorbereitungen und de
Adobe Acrobat Dokument 3.5 MB