Englischer Handel in aller Welt

Die "Wagenden Kaufleute"

In England herrschten im 16. Jahrhundert die Könige aus dem Hause Tudor.  Ihre Politik entsprach den Interessen von Bürgertum und Landadel. Die großen Feudalherren wurden von den Tudors niedergeworfen und botmäßig gemacht. Die Herrschaft des Königs war im ganzen Lande anerkannt, England ein einheitlicher Staat geworden.

 

Politischer und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Landes war London. Hier wohnten die reichen Großkaufleute, hier befand sich auch die Börse, ein Haus, in dem die Geschäfte abgewickelt wurden. 

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

Die Engländer blickten neidvoll auf die Schätze, die in Lissabon und Cádiz gelandet wurden. Lag nicht auch England am Weltmeer? Segelten englische  Schiffe nicht ebenso gut wie die der Spanier und Portugiesen? Aber es gab vorläufig wenig englische Schiffe, und zudem musste der englische Kaufmann erst einmal mit der Konkurrenz, der wirtschaftlichen Gegnerschaft der fremden Händler, bei der englischen Ein- und ausfuhr fertig werden. Die englischen Kaufleute schlossen sich daher zu Vereinigungen, Gilden, zusammen. Die bedeutendste war die Gilde der „Wagenden Kaufleute“. Ihr gab der König reiche Privilegien: Sie allein durfte Tuch, den wichtigsten englischen Exportartikel, nach dem Festland ausführen. Die Mitglieder dieser Genossenschaft versprachen, sich im Ausland beizustehen. Sie errichteten Niederlassungen in Antwerpen und Hamburg, zwei Städten, die im 16. Jahrhundert für den europäischen Handel große Bedeutung besaßen.

Der Kampf der Engländer gegen Spanien

Bald begnügten sich die englischen Kaufleute nicht mehr mit dem Tuchexport nach Europa. Sie wollten sich auch an dem so gewinnbringenden Überseehandel beteiligen. Aber Spanier und Portugiesen duldeten keine fremden Schiffe auf den Meeren. Der Handel mit ihren Kolonien sollte ihnen allein zustehen. Deshalb unternahmen die englischen Kaufleute zahlreiche Schmuggel- und Piratenzüge gegen die spanischen Besitzungen. Sie überfielen und plünderten die Silberflotten. Die englische Königin Elisabeth I., die in der zweiten Hälfe des 16. Jahrhunderts regierte, stellte diese Fahrten unter ihren Schutz und regelte sie sogar. Die Raubzüge gegen das spanische Kolonialreich verschafften allen Beteiligten riesige Gewinne. Der Erlös eines solchen Zugs beispielsweise betrug das 4700fache der Kosten.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

Die Engländer versuchten, einen Nordost- oder Nordwestweg nach Asien zu finden, der die von Spanien kontrollierten Handelslinien umgehen sollte. Aber Spanien wehrte sich. Sein König, Philipp II.,sandte 1588 eine gewaltige Flotte, die Armada, gegen England aus.  Doch diese wurde im Kanal geschlagen. Dieser Sieg legte den Grundstein für die englische Seeherrschaft und Kolonialmacht.

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

Die Engländer segelten jedoch nicht nur nach Amerika, sondern auch nach Westafrika, um dort das „schwarze Gold“ zu holen.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

Die englischen Kaufleute erzielten durch den Sklavenhandel bedeutende Einnahmen. Den afrikanischen „Geschäftspartnern“, den Sklavenhändlern und Häuptlingen, gaben sie Alkohol, Waffen und billige Gewerbeprodukte. Bald erlangten die Engländer auch im Sklavenhandel die Führung.

 

Um mit anderen Ländern besser handeln zu können, entwickelten sich die Kaufmannsgilden zu großen Handelskompanien, die für den Handel mit Russland, dem Orient, Afrika, Indien und Amerika entstanden. Die mächtigste war die englische Ostindienkompanie, die im Jahre 1600 gegründet wurde. Auch in anderen europäischen Ländern gab es derartige Gesellschaften.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

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