entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Kriegsziele der Sowjetunion

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Internationale Lage unmittelbar nach dem II. Weltkrieg

Der II. Weltkrieg von 1939 bis 1945 war sowohl hinsichtlich seiner ungeheuren Ausmaße als auch vor allem seiner Folgen für die Geschichte der Menschheit ein einschneidendes weltgeschichtliches Ereignis.

 

In dem vom deutschen Imperialismus entfesselten Krieg wurden 80 Prozent der damaligen Erdbevölkerung in 61 Ländern Europas, Asiens, Afrikas und des pazifischen Raumes hineingezogen. 50 Millionen Tote und über 35 Millionen Verletzte waren am Ende zu beklagen. Die allein in Europa verursachten Zerstörungen betrugen einen Wert von260 Milliarden Dollar. Hiervon entfielen auf die Sowjetunion 128 Milliarden, auf Deutschland 48 Milliarden und auf Großbritannien 6,8 Milliarden Dollar. Die unmittelbaren militärischen Ausgaben können auf 1 117 Milliarden Dollar geschätzt werden. Das entspricht etwa 60 bis 70 Prozent des Nationaleinkommens aller kriegführenden Länder.

 

Der II. Weltkrieg wurde von Seiten der aggressiven imperialistischen Mächte in erster Linie als Krieg gegen die Sowjetunion geführt. Es zeigte sich aber auch, dass die faschistischen Staaten Deutschland, Japan, Italien und ihre Verbündeten das Ziel verfolgten, andere Länder zu unterjochen, ganze Völker zu vernichten und den weiteren Fortschritt der Menschheit unmöglich zu machen. Vom Ausgang des Krieges hing das Schicksal des Sozialismus in der Welt und die Geschicke vieler Völker ab. Mit ihm wurde entschieden, ob große Teile der Menschheit für lange Zeit versklavt, in ihrer gesellschaftlichen Entwicklung um viele Jahre zurückgeworfen würden oder ob  es den um ihre Zukunft kämpfenden Völkern gelingen würde, den Weg des sozialen Fortschritts, zu Demokratie und Sozialismus zu beschreiten.  Die Mehrzahl der imperialistischen Staaten, besonders die Großmächte, ging aus dem Krieg geschwächt hervor.

 

1989/90 hat sich das geändert. Die imperialistischen Länder haben den Kalten Krieg gewonnen, der Kapitalismus als Gesellschaftssystem hat gesiegt. Das bedeutet gesellschaftlichen Rückschritt auf der Welt.

 

Das faschistische deutsche Reich, das als Speerspitze des Weltimperialismus den Versuch unternommen hatte, die Herrschaft der deutschen Monopole zunächst in Europa und später auf der ganzen Welt zu errichten, war vollkommen zusammengebrochen. Es hörte faktisch auf zu existieren.

 

Die an ökonomischen Einfluss und militärischem Potential mächtigstem Verbündeten des deutschen Faschismus, das faschistische Italien und das militaristische Japan wurden als maßgebliche Faktoren der internationalen Politik und des Weltmarktes zunächst ausgeschaltet.

 

Frankreich war infolge seiner militärischen Niederlage im Jahre 1940 und des Rückgangs seines Einflusses stark geschwächt. Es hatte seine einstige Bedeutung als Großmacht eingebüßt. Großbritannien war an die USA und seine Kolonien verschuldet. Durch den Krieg war die Schuldensumme auf 21, 5 Milliarden Pfund angewachsen, woraus sich eine direkte Abhängigkeit von den USA ergab. Großbritanniens Imperium begann zu zerfallen, sein Einfluss auf die Weltpolitik war wesentlich zurückgegangen. Unter den imperialistischen Staaten konnten lediglich die USA ihre Positionen in der Weltwirtschaft und ihren Einfluss auf die Weltpolitik verstärken. Das Territorium der USA war von den verheerenden Auswirkungen des Krieges verschont geblieben. Für die USA-Monopole war die rasch anwachsende Rüstungsproduktion ein großes Geschäft, das sie ausnutzten, um ihre wirtschaftlichen Machtpositionen auf dem Weltmarkt auszubauen. Die Reingewinne der USA-Monopole betrugen in den Jahren 1941 bis 1945 rund 60 Milliarden Dollar gegenüber 9,5 Milliarden Dollar von 1931 bis 1938. Am Ende des II. Weltkrieges entfiel auf die USA mehr als die Hälfte der Industrieproduktion aller kapitalistischen Länder. Der US-Dollar wurde zur Leitwährung auf dem kapitalistischen Weltmarkt. Es war dem USA-Imperialismus gelungen, in der kapitalistischen Welt eindeutig die Vorherrschaft zu erringen. Nach dem Sieg des Kapitalismus in der Welt, hat die USA nun weltweit die Vorherrschaft.

 

An der Niederlage des Faschismus hatte die Sowjetunion den Hauptanteil. In der Existenz des ersten sozialistischen Staates der Welt und seiner damaligen gesellschaftlichen Überlegenheit gegenüber dem Imperialismus lag die letztliche Ursache für die Niederlage des faschistischen Deutschen Reiches und seiner Verbündeten im II. Weltkrieg. Die Sowjetunion trug die Hauptlast im Krieg gegen das faschistische Deutschland. Die von der Sowjetarmee erkämpften Entscheidungen bestimmten den Ausgang des Krieges.

 

Obwohl die Sowjetunion die Hauptlast bei der Zerschlagung der faschistischen Aggressoren und der Befreiung der Völker zu tragen hatte, obwohl die Opfer, die sie hinnehmen musste, die größten waren, ging sie politisch und militärisch gestärkt aus dem Krieg hervor. Die sowjetische Staats- und Gesellschaftsordnung war damals noch fester geworden.

 

Das internationale Ansehen und der Einfluss der Sowjetunion wuchsen beeindruckend schnell heran. Im Jahre 1941 hatten nur 26 Staaten diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion. Am Ende des Krieges waren es bereits 52. Ohne die Sowjetunion konnte nunmehr keine einzige wichtige Frage der Weltpolitik entschieden werden. Die UdSSR wurde zum Zentrum für den Zusammenschluss aller Menschen in der Welt, die für die Erhaltung des Friedens, für Demokratie und Sozialismus kämpften.

 

Dem gewachsenen Einfluss der Sowjetunion war es zu verdanken, das die von ihr verkündeten Kriegsziele zur Grundlage aller wesentlichen Bestrebungen der Anti-Hitler-Koalition sowie für eine Reihe von Nachkriegsabkommen gemacht wurden. So entsprachen die Wiederherstellung der staatlichen Souveränität Polens, der Tschechoslowakei und Österreichs und deren internationale Anerkennung den Interessen und Forderungen aller friedliebenden Völker in der Welt. 

 

   An der Gründung der Organisation der Vereinten Nationen(UNO) durch 51 Staaten der Anti-Hitler-Koalition im Juni 1945 in San Francisco, vor allem aber der Annahme ihrer Charta, ihres Grundsatzprogramms, hatte die Sowjetunion entscheidenden Anteil. 

 

 

UNO-Charta

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Der ursprünglichen Gründungsmotive wird die UNO heute nicht mehr gerecht.  Die aktuell negative Entscheidung des UN-Sicherheitsrates  gegen Nordkorea(Ölembargo) dient nicht dem Frieden.

Die Bevölkerung hat als erstes zu leiden und bringt das Land in eine Notlage.

Die UNO-Charta widerspiegelte die im Ergebnis des II. Weltkrieges eingetretenen Veränderungen des internationalen Kräfteverhältnisses. Erstmals gelang es der Sowjetunion, den Prinzipien der friedlichen Koexistenz von Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung, für sie seit ihrer Entstehung konsequent eingetreten war, auf breiter internationaler Basis weiter zum Durchbruch zu verhelfen.

 

Die von der Sowjetunion entscheidend mitbestimmten Ziele der Anti-Hitler-Koalition und Prinzipien der UNO-Charta fanden ihren völkerrechtlichen Niederschlag im Potsdamer Abkommen vom August 1945.

 

Die ökonomische und politische Schwächung der meisten imperialistischen Staaten und das schnelle Anwachsen des internationalen Einflusses der UdSSR gehörten zwar zu den wichtigsten unmittelbaren Ergebnissen des II. Weltkrieges, waren aber nicht die einzigen. In einer Reihe von Ländern Mittel- und Südosteuropas sowie Asiens führten einschneidende revolutionäre Veränderungen zur Zurückdrängung des imperialistischen Einflussbereiches. In vielen kapitalistischen Ländern, wie besonders in Frankreich, Italien, Griechenland, Finnland und Belgien, wo der antifaschistische, nationale Befreiungskampf breite Formen angenommen hatte, entstanden nach dem Krieg demokratische Massenbewegungen. Der Einfluss der Kommunisten nahm stark zu. Die Volksmassen traten mit antiimperialistischen Forderungen auf, die Bestrafung und Enteignung der Kriegsschuldigen und Kriegsverbrecher, Einschränkung der ökonomischen Macht der Monopole und Erweiterung der demokratischen Rechte der Werktätigen.

Auch für die kolonial unterdrückten und ausgebeuteten Völker Asiens und Afrikas wurde der Sieg über die deutschen, japanischen und italienischen Aggressoren zum Ausgangspunkt für neue Kämpfe gegen die Kolonialherren. Die nationale Befreiungsbewegung nahm einen neuen Aufschwung. Nun hat auch in diesen Ländern ein politischer Umschwung stattgefunden. Sie befinden sich erneut in Abhängigkeit und werden von Schulden erdrückt. Man spricht auch vom Neo-Kolonialismus,  obwohl diese Länder formal unabhängig sind.

 

In der Zeit nach dem II. Weltkrieg veränderte sich das internationale Kräfteverhältnis zugunsten der Kräfte des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus, der sozialistischen Revolutionen und antiimperialistischen, nationalen Befreiungsrevolutionen, die gleichzeitig eine Epoche des Niedergangs des Imperialismus und seines Kolonialsystems waren. In Zeit des Bestehens der sozialistischen Länder in Europa glaubte man, dass sich der Kapitalismus in der allgemeinen Krise befinden würde. Doch das änderte sich.  Der Kapitalismus ist wie Phönix aus der Asche gestärkt emporgestiegen und nach seinem Sieg 1989/90  ist die gesellschaftliche Entwicklung, von Ausnahmen abgesehen, weltweit rückschrittlich.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

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