Peter-Michael Diestel

Peter-Michael Distel, geboren am 14. Februar 1952 in Prora, Landkreis Rügen, war der letzte Innenminister der DDR(Übergaberegierung).

 

Kandidatenplakat zur Landtagswahl in Brandenburg 1990
Kandidatenplakat zur Landtagswahl in Brandenburg 1990

Bildquelle: Von CDU - Diese Datei wurde Wikimedia Commons freundlicherweise von der Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen eines Kooperationsprojektes zur Verfügung gestellt.Deutsch | English | français | македонски | русский | +/−, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Peter Michael Distel schloss 1972 eine Berufsausbildung mit Abitur ab. Angeblich durfte er aus politischen Gründen nicht studieren. Doch durch die Beispiele Gauck und Merkel ist diese Behauptung widerlegt worden.  Diestel war zunächst als Schwimmlehrer, Bademeister und Rinderzüchter tätig. Dann durfte er doch studieren. Von 1974 bis 1978 studierte er Jura an der Karl-Marx-Universität Leipzig.

 

Peter-Michael Diestel wurde als „Verdienter Melker des Volkes“ ausgezeichnet.

 

 Von 1978 bis  1989 war er Leiter der Rechtsabteilung der Agrar-Industrie-Vereinigung-Delitzsch. 1986 wurde er mit einer Dissertation über LPG-Recht zum Dr. jur. promoviert.

 

Im Dezember 1989 war Peter-Michael Diestel Mitbegründer der Christlich-Sozialen Partei Deutschlands(CSPD) und im Januar 1990 der Deutschen Sozialen Union(DSU), deren Generalsekretär er bis Juni war.

 

Von März bis Oktober 1990 war Diestel Abgeordneter der letzten Volkskammer und von April bis Oktober stellvertretender Ministerpräsident und als Nachfolger von Lothar Ahrendt Minister des Inneren der DDR.

 

 

 

Peter-Michael Diestel auf dem Dach einer Haftanstalt während einer Häftlingsrevolte am 9. Juli 1990, also in der Restzeit der DDR. Ob es die Gefangenen heute besser haben und was eine Revolte heute bringen würde, sei mal dahingestellt. Sicher würde kein Innenminister, bzw. heute ein Justizminister, da die Knäste heute dem Justiszministerium unterstellt sind, während in der DDR die Knäste dem Innenministerium unterstellt waren, aufs Dach eines Knastes steigen, um zu verhandeln.

ADN-Text

ADN- Wolfgang Kluge 9.7.90 Leipzig: Häftlingsrevolte- Innenminister Peter Michael Diestel (r.) begab sich auf das Dach der Untersuchungshaftanstalt, um Gespräche mit den 49 revoltierenden Häftlingen zu führen, die sich nach dem Einsatz von Tränengas durch die Polizei dorthin zurückgezogen hatten. Die Insassen fordern eine Amnestie, verbesserte Haftbedingungen und die Überprüfung einzelnen Falls.

 

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1990-0709-016 / Kluge, Wolfgang / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Peter-Michael Diestel bei einer Demonstration von Angehörigen der Polizei am 19. Juli 1990, also in der Restzeit der DDR. Die Gewerkschaft der Polizei aus der BRD, bzw. Westberlin ist schon da, um dann nach der Annexion der DDR die Interessen der Polizeiangehörigen zu vertreten.

ADN-Text:

ADN- Robert Roeske 19.7.90 Berlin: Demonstration- Anläßlich der ersten Lesung zum neuen Polizeiaufgabengesetz auf der 25. Volkskammertagung demonstrierten Abgesandte der Gewerkschaft der Volkspolizei aus allen Teilen des Landes vor dem Palast der Republik, Innenminister Dr. Peter-Michael Diestel äußerte sich in einem kurzen Statement zu den Forderungen der Demonstranten.

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1990-0719-020 / Roeske, Robert / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Im Juni 1990 verließ er die DSU und wurde am 03. August CDU-Mitglied.

 

Auf Initiative von Peter-Michael Diestel wurde am07. Juni 1990 das RAF-Mitglied Susanne Albrecht festgenommen. Danach wurde die Aufnahme von RAF-Mitgliedern in der DDR bekannt.

 

In Diestels Amtszeit fiel 1990 die Übergabe der Abhörakten des MfS über Politiker der BRD an den Verfassungsschutz der BRD.

 

Diese Handlung ist ein Beispiel dafür, dass es sich bei der letzten Regierung der DDR um die Übergaberegierung handelt.

 

Da Peter-Michael Diestel, trotz seiner Aufgaben als Mitglied der Übergaberegierung, bezüglich der ehemaligen MfS-Angehörigen vernünftige Ansichten vertritt, werfen ihm Kritiker verharmlosenden Umgang mit den ehemaligen MfS-Angehörigen vor, die als Mitarbeiter des Innenministeriums weiter beschäftigt blieben. Des weiteren sollen in seiner Amtszeit viele MfS-Akten vernichtet worden sein.

 

Bei der ersten Wahl des nun neuen Bundeslandes Brandenburg am 14. Oktober 1990 trat er als CDU-Spitzenkandidat an. Er unterlag jedoch dem  Manfred Stolpe von der SPD, der die erste Landesregierung des neuen Bundeslandes Brandenburg bildete.

 

Anschließend gehörte Peter-Michael Diestel bis 1994 dem Brandenburger Landtag als Mitglied an.

 

Von 1990 bis zu seinem Rücktritt 1992, unter Anderem wegen der umstrittenen Tankstellenprivatisierung, war er als erster Fraktionschef der CDU auch der erste Oppositionsführer im Brandenburger Landtag.

 

Als Mitinitiator des „Komitees für Gerechtigkeit“ regte er den Untersuchungsausschuss zu Manfred Stolpe an – gab hingegen später im Zusammenhang mit den bis heute umstrittenen Kontakten Stolpes zum MfS eine persönliche Ehrenerklärung für ihn ab.  Per-Michael Diestel veröffentlichte 1993 mit anderen eine Erklärung „Versöhnen statt Vergeltung“.

 

Seit 1993 betreibt Peter-Michael Diestel eine Anwaltskanzlei in Potsdam, weitere Büros leitet er in Berlin, Leipzig und in den mecklenburgischen Orten Güstrow und Zislow, seinem Wohnort.  In seiner Praxis vertritt er unter anderem ehemalige hauptamtliche MfS-Angehörige und IM. Auch unter Dopingverdacht geratene ehemalige DDR-Sportler und Sportfunktionäre der DDR. 2004 war er Rechtsbeistand für den unter den Verdacht der IM-Tätigkeit geratenen PDS-Spitzenkandidaten Peter Porsch für die Landtagswahl in Sachsen. In der VW-Korruptions-Affäre, welche die  Bestechung von VW-Betriebsräten betrifft, war Diestel Verteidiger des ehemaligen VW-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert.

 

Von 1994 bis 1997 war Diestel Präsident des Fußballklubs Hansa Rostock und ist Ehrenpräsident des SC Potsdam.

 

Persönliches:

 

Peter-Michael Diestel ist seit 2014 in dritter Ehe verheiratet.

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel