Recht und Pflicht auf Arbeit auch im Knast(DDR)

Gastbeitrag von Siegfried Fischer

Symbolbild
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Bildquelle: "Ärztezeitung", Bild ist entsprechend verlinkt

Recht und Pflicht auf Arbeit war in der Verfassung der DDR festgeschrieben. Dieser Verfassungsgrundsatz war folglich im Arbeitsgesetzbuch und im Strafvollzugsgesetz integriert. Im Strafvollzug der DDR wurde der Lohn aufgesplittet. 1. ca. 50% für Schadenswiedergutmachung, Kindesunterhalt, Gerichtskosten u.ä. 2. ca. 30% für die Rücklage (damit SG bei Entlassung nicht Mittellos ist) und 3. ca. 20% für den persönlichen Einkauf. Abweichungen von +/- 5% sind möglich - weiß es nicht mehr so genau. Jedoch war das Geld für den Einkauf der geringste Posten. Auszeichnungen wie Prämien (ja, die gab es für SG auch bei guten Leistungen und Verhalten) standen zu 100% dem SG(Strafgefangenen) für den Einkauf zur Verfügung.

Ergänzung:

In der DDR wurden während des Strafvollzugs auch Rentenbeiträge abgeführt. Heute gibt es für Knastzeiten keinerlei Rentenansprüche. 

 

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Was bedeuten die Abkürzungen? Was ist der Unterschied eins Erziehers in der DDR zu einem Wärter?

 

Gefängniswärter ist eine übernommene Bezeichnung aus der Zeit des Frühkapitalismus. Schließer, Schlüsselknecht u.ä. sind Gefangenenjargon (heute auch/noch für Justizbeamte des Vollzugsdienstes) für Strafvollzugsangehörige im allgemeinen, besonders jedoch für die Mitarbeiter des operativen Aufsichtsdienstes. Die dienstliche Aufgabenstellung waren auf der einen Seite unterschiedlicher Art, wurden aber fast immer im gegenseitigen Zusammenwirken gelöst. Operativer Aufsichtsdienst (op.AD) wurde hauptsächlich durch Mannschaftsdienstgrade, Erziehertätigkeit meist durch Offiziersdienstgrade durchgeführt. Zu den Abkürzungen: Owm.d.SV = Oberwachtmeister des Strafvollzuges, Hwm.d.SV = Hauptwachmeister des Strafvollzuges, Mstr.d.SV = Meister des Strafvollzuges. SG = Strafgefangener.

 

Siegfried Fischer