Soziale Errungenschaften und Klassenkampf

Auch auf den anderen Gebieten der sozialen und kulturellen Entwicklung – im Bildungswesen, auf dem Gebiet der Kultur, Im Gesundheits- und Sozialwesen und bei der Sozialversicherung und den Renten – wurde zielstrebig daran gearbeitet, die erreichten Errungenschaften zu sichern und Schritt für Schritt auszubauen. Das kam auch in den ständig steigenden Ausgaben des Staates für diese Bereiche zum Ausdruck. 

Staatsausgaben der DDR für Soziales und Kultur
Staatsausgaben der DDR für Soziales und Kultur

 

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

Weil diese sozialen Errungenschaften die Vorzüge des Sozialismus deutlich machten, haben sich die Feinde des Sozialismus darum bemüht, die Verwirklichung des sozialpolitischen Programms zu verhindern oder wenigstens zu behindern. Sie haben dabei viele Methoden angewendet. Eine Methode waren sozialpolitische Zugeständnisse in ihren Ländern, die nach  dem Sieg des Kapitalismus und Beseitigung der DDR wieder zurückgefahren worden sind und aktuell weiter Sozialabbau betrieben wird. 

 

Eine der gefährlichsten Methoden war  die bespiellose Hochrüstung.Diese sollte die sozialistischen Länder zu so hohen Ausgaben für die Landesverteidigung zwingen, so dass für das Sozialprogramm nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen sollten. Die Gefährlichkeit dieser Methode bestand darin, dass die Gefahr eines III: Weltkrieges, auch unter Anwendung von Atomwaffen, erhöht  wurde. Letztendlich ist es gelungen die sozialistischen Länder totzurüsten. In der DDR ging die Friedensbewegung in die falsche Richtung. Anstatt gegen die Hochrüstung des Westens unter Führung der USA, richtete sie sich gegen die Verteidigung des eigenen Landes und seiner Verbündeten.

Es wurden gegen die sozialistischen Länder Maßnahmen ergriffen, damit sie bestimmte Waren(Maschinen, Rohstoffe, Technologien) nicht erhalten konnten. Man nennt das Embargopolitik. Das ist ja heute noch bei den verbliebenen sozialistischen Ländern Kuba und Nordkorea aktuell. Wir erinnern uns an die Verschärfung des Ölembargos gegen Nordkorea um Weihnachten 2017 herum. 

 

Selbst abgeschlossene Verträge über Exporte sozialistischer Länder wurden gekündigt, damit diese Länder nicht genügend Geld einnehmen, um die von ihnen bestellten Waren bezahlen zu können. Sie sollten gezwungen werden, sich Geld zu leihen, Kredite aufzunehmen, für die hohe Zinsen gezahlt werden mussten. (Hochzinspolitik) So ist es erklärlich, dass sich die DDR auf den Deal mit dem Erzfeind Franz-Josef Strauß einließ, der der DDR einen Milliardenkredit vermittelte.

 

So fand ein Handelskrieg gegen die sozialistischen Länder statt: Die Imperialisten wollten den Sozialismus in die Knie zwingen. Damit haben sie 1989 letztendlich Erfolg gehabt. Das Sozialprogramm war ihnen als Errungenschaften der Werktätigen(arbeitenden Menschen) im Sozialismus ein Dorn im Auge. Nun haben sie es geschafft dieses zu beseitigen.

Worauf es ankam

In den letzten Jahren der DDR wurde es immer schwieriger die erreichten sozialen und kulturellen Errungenschaften zu sichern und schrittweise weiterzuführen.

Wollte man deshalb aufgeben?

Alle wussten, dass man nur das verbrauchen konnte, was vorher produziert worden ist. Man musste produzieren, was wirklich gebraucht wurde und was man mit Gewinn verkaufen konnte, sei es im Inland oder Export. Im Zuge der sozialdemokratischen „Entspannungspolitik“ ging vieles in den Export, was im Inland fehlte. Mit der sozialdemokratischen „Entspannungspolitik“ wurden falsche Hoffnungen gemacht, doch es war die „Konterrevolution auf Filzlatschen“, wie schon frühzeitig Otto Winzer (1965 bis 1975 Außenminister der DDR)erkannte. Die Bevölkerung der DDR wurde so immer unzufriedener, was sie dann mehrheitlich 1989 auf die Straße trieb.

 

Ein hoher Stellenwert für die Lösung der wirtschaftlichen  und sozialen Aufgaben wäre das Bewusstsein der Werktätigen(arbeitenden Menschen) gewesen. Der feste Wille, die Aufgaben zu meistern, die Bereitschaft, neue Leistungen zu vollbringen, Anstrengungen auf sich zu nehmen und nachzudenken, wie man neue Wege findet, wäre notwendig gewesen. Dazu hätte fleißig und diszipliniert gearbeitet werden müssen. Außerdem hätte man lernen müssen neue Maschinen, Technologien und Werkstoffe zu beherrschen. Gute Fachleute waren gefragt. Konnte man aber nicht erst ein guter Fachmann, eine gute Fachfrau sein, wenn man wusste, wofür die eigenen Anstrengungen notwendig waren, was auf dem Spiel stand, wie die Zusammenhänge in der Gesellschaft zwischen Arbeit und Lebensniveau waren, also wenn man einen klaren Standpunkt zu vielen Fragen der Zeit hatte?

Bildquelle:

K&K Management Lorenz

https://kukmanagementlorenz.de.tl/Krisenmanagement.htm

Gute fachliche und politische Kenntnisse, Leistungsbereitschaft und Disziplin sowie die Bereitschaft, anderen zu helfen, das waren die Eigenschaften, die jede Staatsbürgerin, jeder Staatsbürger der DDR brauchte, damit die Aufgaben gemeinsam gelöst werden konnten.

 

Im Staatsbürgerkundebuch der DDR werden einige Stimmen wiedergegeben, die diese Gedanken zum Ausdruck bringen. Doch in der Praxis war das eine Minderheit. Genauso wie in den Medien der DDR stets über die Arbeit geredet wurde. Das war der Bevölkerung nach Feierabend einfach zuviel und interessierte nicht. So mag es die damaligen Schülerinnen und Schüler auch nicht interessiert haben.

 

Es werden noch damals neue Techniken aufgeführt und vermerkt, dass es wichtig war, diese zu beherrschen ohne „Bruch“ zu machen. Außerdem wurde appelliert mit Material, Energie und allen Ergebnissen der Arbeit sparsam umzugehen und sie vor mutwilliger Zerstörung zu schützen.

 

Im Staatsbürgerkundebuch wurde zum Nachdenken darüber angeregt, wie man das Lebensniveau hätte sichern können. Man kam immer wieder auf die Erkenntnis zurück, das viel vom Wissen, von der Haltung, vom Charakter und vom Willen der Werktätigen(arbeitenden Menschen)abhing. 

 

Die heutige Erkenntnis ist bitter, wenn man feststellt, dass es damit haperte und die Werktätigen(arbeitenden Menschen) einen großen Anteil am Gelingen der Konterrevolution hatten. Die Westmedien hatten mit der Beeinflussung  Erfolg. Selbst Besuch aus dem Westen, wie z.B. der BRD, wurde nicht geglaubt, wenn dieser die  wahren Verhältnisse dort beschrieb.

Montagsdemo 1989
Montagsdemo 1989

Zusammenfassung auf Seite 4

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