Gastbeitrag von Marcel Schmidt

Sozialismus und Glaubensfrage III

Glauben- eine Wissenschaft?

Im Frühjahr 1990, als der DDR endgültig die letzten Sargnägel aufgeschlagen wurden sind, breiteten sich auch erstmals auf vormals sozialistischen Gebiet christliche Verbände aus und versuchten, die Bevölkerung, sogar Kinder zu bekehren. Es wurden christliche Kinderfeste veranstaltet, Malbücher als Geschenke oder Preise ausgelobt etc.. Und in einem Kinderbuch, ein kleines Heftchen, war von einer Eisenbahnfahrt die Rede. Die Räder der Eisenbahn waren Kreise, die man aufgrund einer optischen Täuschung durch das menschliche Auge und Gehirn als leicht drehende Räder wahrgenommen hat. So weit, so gut.

 

 

Nur jetzt kommen wir zu den Punkt, wo sich die Wege trennen. Warum? Wie folgendes aber auch erwähntes Beispiel zeigt; mit solchen Methoden arbeitet die Kirche seit eh und je. Aber der Reihe nach:

 

Wie so eine optische Täuschung entsteht, dafür gibt es mehr als eine wissenschaftliche Erklärung. Diese liegen in der Reaktion des menschlichen Auges, aber auch in der Art des jeweiligen Bildes. Es wäre sicherlich spannend gewesen, von physikalisch-wissenschaftlicher Seite mehr darüber zu erfahren?

 

Gut, warum auch nicht? Und selbst die Kirche als auch die christlichen Randgruppen sind ja auch bei der damaligen Veranstaltung in ihrer Broschüre auf diese wissenschaftlichen Aspekte eingegangen. Aber - jetzt kommt die Preisfrage - WIE? hat sie das getan?

 

Ganz einfach! Sie sagten oder schrieben zu den Bild: "Täuschen wir uns im Leben nicht ständig? Kann es Gott uns verzeihen, drüberstehen, im Dreieck springen um danach ne Rolle rückwärts zu machen?"

 

Und das, über ganze Heftchen, Bücher, Lexika gezogen ergibt gewisser maßen auch eine Wissenschaft, Die der Irreführung und Ablenkung!

 

Anstatt sich ihrer Position in der Gesellschaft bewusst zu werden und tatkräftig und ernsthaft an wissenschaftlichen Entdeckungen und Phänomenen bzw. ihrer Erklärung mit zu helfen, vertritt die Kirche nur diesen Unfug als Wissenschaft und begibt sich samt ihren Personal in einen Zug, der nicht erst seit Christian Anders nach Nirgendwo fährt. Und er verfährt sich nicht sondern die Lokführer nehmen in voller Absicht Kurs auf Absurdistan und überrollen auf den Weg dahin "Hindernisse" wie Galileo oder Kopernikus und viele andere.

 

 

In der Deutschen Demokratischen Republik wurden auf jährlichen Festen auch wissenschaftliche Projekte vorgeführt. Selbst unsere Arbeitsgemeinschaften (AG´s) hatten diese zum Inhalt. Es fängt an mit den einfachsten kindgerechten Experimenten und Erklärungen und zieht sich durch die Jahre. Dass solche Kenntnisse dringend notwendig sind und mehr als heute fehlen, haben Beide Epochen bewiesen! Man braucht nur zu vergleichen: Sei es in Physik, Chemie, Medizin oder sonstiges.

 

Und wenn Christen wegen den Humbug und Kauderwelsch von vernünftigen und mitdenkenden Menschen zur Rede gestellt werden, reden die sich meist raus: "Ja, es MUSS ja keiner mitmachen." "Uns geht es um den Glauben, für wissenschaftliche Erklärungen können sich die Kinder gerne in der Schule oder Bücherei etc.. Rat holen. Kein Christ wird etwas dagegen haben."

 

 

Ja genau: Und der Scheiterhaufen, auf dem sich mehr als ein Wissenschaftler wiederfand diente auch nur der herzlichen Erwärmung; das wissen wir ja alles schon! Nein, solche "Ausreden" sind für die Kirche der letzte Ausweg. "Das haben wir nie so gesagt."

 

Wie auch immer; diese Zeiten gehen zum Glück (nicht Gott sei Dank 1f603.png:D ) zu Ende. Wir in der DDR haben immer Christen als Teil unserer sozialistischen Gemeinschaft angesehen, aber sie hatten nicht die Vormachtstellung wie heute, und im wissenschaftlichen Bereichen schon mal gar nicht.

 

 

Also, Arbeiter, Intellektuelle und Wissenschaftler! Bleibt Euch und uns treu, aber macht keine Wissenschaft draus! 1f603.png:D