Ein Volkskammerabgeordneter und Kandidat für die Volkskammerwahl 1986

Klaus Dieter Bormann
Klaus Dieter Bormann

Bei den Dreharbeiten des SWR zur Volkskammerwahl 1986 traf das Fernsehteam auf Klaus Dieter Bormann, 33 Jahre alt, Arbeiter im Volkseigenen Betrieb(VEB) Getriebewerk Wernigerode.

Zu seiner Person, Stand 1986:

Er ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Er hat im Getriebewerk Dreher gelernt und sich fortgebildet. Nun arbeitet er nun als Lehrausbilder für Polytechnik und führt Schüler der 8. und 9. Klassen in Arbeitstechniken und in die Arbeitswelt ein. Das geschieht nicht in der Schule, die Schüler kommen in den Betrieb.

Mitglied der Volkskammer:

Bormann kandidierte für seine dritte Amtsperiode als Abgeordneter. Von 1976 bis 1981 wirkte er als Nachfolgekandidat, das ist ein Status mit minderen Rechten. Von 1981 bis 1986 war er Vollmitglied der Volkskammer und wirkte in der Fraktion der FDJ. Nun kandidierte er für die Fraktion des FDGB.

Der Wahlkreis:

Bormann kandidierte im Wahlkreis 56 – Halberstadt-Wernigerode. Dieser zählte etwa 200.0000 Wahlberechtigte.

 

In der DDR fand kein Wahlkampf statt, wie wir ihn heute kennen. Die Aufgabe des Kandidaten im Vorfeld der Wahlen war es, sich um die Belange der Menschen in seiner  nächsten Umgebung zu kümmern: In „seinem“ Betrieb, in „seinem“ Wohngebiet, bzw. im näheren Umfeld von Wernigerode.

Politische Arbeit:

Die Volkskammerabgeordneten waren keine Berufspolitiker. So auch Bormann nicht, der im SWR als Beispiel präsentiert wird. Seine Arbeit als Abgeordneter erfüllte er neben seinem Beruf. Er hatte nicht über die großen Fragen der Politik mitzuentscheiden. Er sollte Sorgen und Probleme der Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung aufnehmen und wenn möglich Lösungen anstoßen: So z.B. die Lösung eines Wohnungsproblems, die Schlichtung eines arbeitsrechtlichen Streites oder Hilfe für behinderte Menschen, die in baulich unzumutbaren Einrichtungen leben. Das ist ebenso wichtig, wie die „große Politik“ und die  Weltpolitik. Die Sorgen und Probleme der Menschen kommen im bürgerlichen Politikbetrieb eindeutig zu kurz.